Denkmal

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Unser altes Winzergut, ein Bürgerhaus von 1700, ist denkmalgeschützt und in vielen Teilen noch im Originalzustand. Die Holzwendeltreppe bis in den Dachstuhl, die originalen Türen im Obergeschoss nebst handwerklich perfekten Kastenschlössern und feinsten schmiedeeisernen Türbeschlägen. Auch die alten Sprossenfenster haben Ihren Reiz, aber nur im Sommer, im Winter war durch die Einfachverglasung bisher Zittern angesagt, eine Raumlüftung nicht nötig.

Eine Änderung mußte her. Die Untere Denkmalschutzbehörde wurde kontaktiert, leider mit einem weniger erfreulichem Ergebniss für uns. Es hieß immer wieder Nein zu unseren Vorschlägen, das geht nicht. Was gehen könnte, sagten die Damen von der Behörde nicht.

Eine Lösung wurde nach langem Suchen im letzten Jahr gefunden. Bei einem Freund wurde ich zu einem Glas Wein eingeladen wurde. Nach dem zweiten Glas Riesling schaute ich mir die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Fenster an und hatte die Lösung für unsere Fenster vor Augen: Vorsatzscheiben!

Die Tanten bei der Denkmalpflege wussten von dieser Lösung, aber anstatt uns auf diese Möglichkeit hinzuweisen wurde sich, bis auf das bekannte Nein, im Schweigen geübt.

Die Vorsatzscheiben meines Freundes waren schon lange eingebaut und da die Zeit nicht stehenbleibt, wurde dieses System vor kurzer Zeit verbessert. Mittlerweile Metallbedampft und sekurisiert erreicht man eine Wärmedämmwert von ca. 1,9 W/m2.

Das nächste Problem tauchte auf. Diese neuen Vorsatzscheiben waren wirklich neu und in der Region hatte keiner Erfahrung damit. Auf Empfehlung einer Freundin, von Beruf Architektin, fand sich ein Schreiner, der den Versuch wagte. Der bisher vierte Schreiner, der bei uns mit Renovierungsarbeiten betraut wurde. Mit Erfolg! Einer, der noch das klassische Handwerk versteht und beherrscht.  Die Scheiben erhöhten im letzten Winter den Wohlfühlfaktor im Haus gewaltig. Die Küchentüre, die beim Öffnen und Schließen immer über den Boden schliff, wurde nebenbei auch noch repariert – das schafften die bisherigen Schreiner nicht, bzw. erklärten das für nicht reparabel- und letzte Woche hat unser Hausmaler frischen Lack auf die Fensterrahmen aufgebracht. Auch einer, der sein Handwerk versteht und den ich schon von meinen Eltern geerbt habe.

Ferrari-Rot

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Endlich da, die neue Raupe in Ferrari-Rot.  Neuer, teurer, stärker und vor allem frauenfreundlich durch die Servounterstützung beim Lenken. Ich berichtete hier schon darüber. Stylistisch die Motorraumabdeckung, darunter größtenteils bekannte Technik, die ich im Fall eines Falles selbst reparieren kann. Das neue Hydrauliksysthem scheint erste Sahne zu sein. Auf das neue Kettenlaufwerk und die Federung des Fahrerstandes bin ich besonders gespannt.

Die alten Anbaugeräte müssen noch an die Raupe angepasst werden. Das mitgelieferte Dreipunkt Hebewerk bereitet mir noch etwas Kopfzerbrechen.  Ich werde sicherlich noch einige Stunden in unserer Werkstatt mit flexen, schweißen, bohren und schrauben verbringen müssen bis alles wunschgemäß passt.

Der erste Einsatz ist für morgen geplant. Wäre das Gerät noch nicht bezahlt, könnte die Finanzierung über ein Geschäftsmodell erfolgen, über das ich hier schon einmal berichtet hatte.

Es gibt Sachen, die gibt es einfach nicht

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Endlich da! Hat zehn Monate gebraucht! Wenn es gestern nicht gekommen wäre, hätte ich in einigen Tagen einen bitterbösen Blogeintrag nebst Links hier getätigt.

Ich wollte nur eine Weinbergsmaschine updaten.  Ein Teil, welches die Arbeitsweise verbessert, austauschen. Auf der Weinbauausstellung Intervitis, vor fast einen Jahr, wies mich der Hersteller auf Verbesserungen hin. Eine Woche später bestellte ich. Das war Anfang April. Im September rief ich an, es gab irgendwelche Ausflüchte. Im Januar dieses Jahres bei den Agrartagen in Niederolm wurde ich persönlich vorstellig. Sollte sofort abgeschickt werden, beschied man mich. Zwei Wochen später wurde ich etwas stinkig am Telefon.

Hat geholfen, das Austauschteil kam.

„Ein unzufriedener Kunde erzählt sein negatives Erlebnis im Schnitt an bis zu 10 Personen weiter, ein zufriedener Kunde nur an 3 Personen!“ 

Meine Kundenzufriedenheit ist gegen null gesunken. Was wäre gewesen, wenn ich ein Ersatzteil schnell benötigt hätte? Ich wage gar nicht daran zu denken.

Eimerträger

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Heute haben wir die Agrar- und Weinbautage Rheinhessen in Nieder-Olm bei Mainz besucht. Eine Messe der kurzen Wege. Klein und fein, regionale Anbieter, man kennt sich, trifft viele Kollegen und eine Maschinenausstellung fürs normale Weingut. Auch kleinere Aussteller mit interesannten Produkten waren vertreten, da die Standmieten viel günstiger sind wie auf großen Messen. Natürlich lag der Schwerpunkt auf der Weinbautechnik für tellerebene Weinberge, wie sie in Rheinhessen vorherrschend sind. Vielleicht ist in den nächsten Jahren vermehrt Steillagentechnik zu sehen, da immer mehr Winzer aus den deutschen Steillagenweinbaugebieten diese Messe besuchen.

Der eigene Lehrling und der eines Kollegen wurden zwecks Weiterbildung mitgenommen. Ob die beiden etwas gelernt haben weiß ich nicht, aber der als Werbegeschenk vom Lehrling mitgenommene Eimer war auf jeden Fall praktisch für mich. Mein Prospektmaterial fand darin Platz und ich hatte die Hände frei, da ich ja zwei Eimerträger dabei hatte.

Newsletter

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Damit Sie nichts mehr verpassen was im Weingut Steffens-Keß vorgeht, können Sie ab sofort unseren Newsletter abonnieren.  Vorab haben wir geplant in unregelmässigen längeren Zeitabständen aus unserem Weingut zu berichten. Vielleicht versenden wir auch in Zukunft bei jeden Eintrag hier auf diesem Blog Ihnen eine Nachricht, bzw. den jeweiligen Blogeintrag.

Wir würden gerne Ihre Meinung dazu wissen. In welcher Form, bzw. wie oft, möchten Sie von uns informiert werden? Soll jedes mal bei einem neuen Blogeintrag in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß der Newsletter verschickt werden oder soll in längeren Zeitabständen zusammenfassend berichtet werden?

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Hochwasser 2011 Teil 11: 7371 Tage

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7371 Tage lebe ich nun hier in Reil an der Mosel. 14 mal war die Mosel jeweils für einige Tage zu Gast. Beim ersten Besuch, es war über Weihnachten, gab es richtige Probleme, da die Mosel sogar Küche und Wohnzimmer sehen wollte. Im Februar 1997 machte sie nochmals richtig Ärger, als ich bis 18.00 Uhr alle Utensilien zum Abfüllen in den Keller geschleppt hatte und ab 19.00 Uhr das Ganze wieder aus dem Keller raus mußte. Das waren geschätze 40 Tage mit einem Gast im Keller. Warum soll ich die anderen 7331 Tage direkt hier am schönen Moselufer missen. Ich wußte ja, auf was ich mich eingelassen habe.

Das ärgerliche an den Hochwässern ist nur, daß die Mosel meistens Nachts kommt und geht und zeitgleich Praktikannten und Lehrlinge meistens Urlaub oder Schule haben oder wegen sonst was nicht im Betrieb sind; wie auch jetzt.

Ich geh jetzt mal in den Keller schauen. Ich denke, das so gegen Mitternacht der Flaschenkeller leer und gesäubert ist.