zu früh

Zuerst dachten wir, dass der Austrieb der Rieslingreben extrem früh erfolgen würde. Kalte Tage bremsten den Austrieb in den vergangenen zwei Wochen etwas. Warme Tage über Ostern beschleunigten das Wachstum massiv. Wir liegen damit ähnlich wie in den beiden vergangenen Jahren: zu früh! In meinen alten Ausbildungsunterlagen – schon lange her – war der 02. Mai als mittlerer Wert des Rebaustriebes beim Riesling an der Mosel notiert.

Ein früherer Austrieb bedeutet eine verlängerte Vegetationsperiode mit höherer Weinqualität. Schlechte Weinjahrgänge gibt es unter anderem auch dadurch nicht mehr. Es gibt natürlich negative Auswirkungen der Klimaerwärmung. Bei uns im Weinbau bemerkbar mit extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkniederschläge oder extremen Trockenperioden. Spätfröste im April richten nun Schäden an, da das Wachstum gegenüber früher schon bedeutend weiter ist. Weitere Probleme bereiten Viruserkrankungen die durch die Klimaänderung zunehmen, wie ich hier und hier berichtete.

Folgen der globalen Erwärmung, mit denen wir noch umgehen können und die handhabbar sind.

es fängt wieder spannend an

Der Austrieb der Rieslingreben hat begonnen. Dank Klimaänderung wieder zu früh. Die meisten Knospen sind im sogenannten Wollestadium, der braune Haarbesatz der Knospe wird sichtbar. Die Knospen werden dick und der Austrieb steht kurz bevor.

Bei einigen wenigen, die etwas weiter sind, erkennt man schon die ersten Blätter. Beginn des Knospenaufbruches nennt man dieses Wachstumsstadium.

Das Vegetationsjahr fängt spannend an. Ein leichter Spätfrost ist für das Wochenende vorhergesagt. Wenn es bei diesen leichten Minustemperaturen bleibt, ist es kein Problem, da die Knospen zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unempfindlich sind.

Ich möchte nicht nochmals die Bilder aus den vergangenen Jahren sehen, als weite Teile Europas von Spätfrösten betroffen waren und die Winzer große Verluste hinnehmen mussten.

Zum Nachlesen: hier,hier und hier! 

Die erste Hürde ist überstanden

Die erste Hürde ist überstanden. Dank des hochsommerlichen Wetters letzter Woche ist das Rebwachstum rasant fortgeschritten. Vor einer Woche war noch nichts grünes zu sehen und jetzt sind schon die ersten Blättchen entfaltet. Aus allen Knospen wachsen Rebtriebe.

Es gibt fast keine Verluste durch Austriebsschädlinge, die die Knospen ausfressen. Auch kein Frost in Sicht, der bittere Gedanken an das letzte Jahr aufkeimen lässt.

Bisher gefällt mir das aktuelle Weinjahr. Noch ist alles im grünen Bereich und ich hätte nichts dagegen, dass es so weitergeht. Vielleicht einmal eine Normalernte mit vielen gefüllten Weinfässern? Dann hoffe ich einmal, dass uns dieses Jahr die Witterung freundlich gesonnen ist.

Start in das neue Weinjahr

Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten warmen Tage bemerkt man schon an den Pflanzen. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die Pfirsichbäume stehen kurz davor, die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen.

Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen füllte die Bodenwasservorräte auf.  Der Austrieb der Rieslingreben ist durch die kalten Tage in den letzten Wochen verzögert worden und später als im letzten Jahr.  Die Gefahr durch Spätfröste ist dadurch geringer. Wenn uns in den kommenden Wochen beim Austrieb der Rhombenspanner in Ruhe lässt, wäre das ein idealer Start in das neue Weinjahr 2018.

Das Weinjahr 2017 beginnt spannend: Peribatodes rhomboidaria

 2017-04-05 Rhombenspanner AugenfraßDas Weinjahr 2017 beginnt spannend: Peribatodes rhomboidaria, auch Rhombenspanner genannt, ist massiv in den Weinbergen unterwegs und frisst uns die Rebknospen aus. Ich berichtete hier schon einmal über die Schäden, die diese Raupe verursacht. 2017-04-05 Rhombenspanner beim Abseilen

Vielleicht doch nicht so schlecht, dass wir zur Zeit immer noch die Fruchtruten im Drahtrahmen befestigen. Als Reaktion auf die Erschütterungen seilen sich die Raupen an einem Seidenfaden ab und sind dadurch leichter zu erkennen. Sie werden dann per Hand abgesammelt eliminiert.2017-04-05 RieslingKnospeWenn die Triebe größer werden, kann die Raupe keine Fraßschäden mehr verursachen. Wir Winzer sagen dann, dass der Trieb dem Rhombenspanner aus dem Maul wächst. Noch einige warme Tage wären nötig.

Wir sind mit dem Rebwachstum mindestens zwei Wochen vor der Zeit. Warme Tage als Wunsch gegen die Knospenschäden, auf der anderen Seite Muffensausen wegen eventueller Spätfröste, die noch kommen können. Wetterkapriolen, die in den letzten Jahren verstärkt auftraten. Wir hatten bisher meistens Glück, aber ob das von ewiger Dauer ist…