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Thomas Lippert vom Winzerblog, der Erfinder der Weinrallyes, hat dieses Mal das Thema  für die jetzt stattfindende Weinrallye vorgegeben:

„Ich möchte von euch gerne erfahren was in eurer Region, noch besser bei euch im Ort produziert wird.

Es ist alles erlaubt, Bier, Wasser, Schnaps, Tee, Kaffee oder Limo, völlig egal was, Hauptsache es ist flüssig, trinkbar und wurde in eurer Region produziert. Selbst Milch ist dieses Mal erlaubt, wenn ihr sie denn als eine Regionale Spezialität bezeichnen würdet.

Ich bitte euch tatsächlich so weit als möglich dem Produkt den Vorzug zu geben, welches seine Urproduktion in der jeweiligen Region hat. Ein regionales Destillat aus regionalen Früchten ist einem Produkt welches in der Region „nur“ zusammengesetzt wurde vorzuziehen, aber auch das wollen wir nicht zu eng sehen.

Sollten sich die Teilnehmer aus Weinregionen für Wein entscheiden wollen, bitte ich bei der Auswahl zusätzlich auf regionale Typizität zu achten, d.h. aus dem Markgräflerland z.B. erwarte ich einen Gutedel und nicht Cabernet Sauvignon!

Selbstgemachtes möchte ich auschliessen, als Zugabe ist es aber gerne willkommen.“

Harald:

Alles erlaubt?! Nur was flüssig ist? Gut, flüssiges Regionales haben wir. Feste Nahrung auch. Fast alles regional beschaffbar. Dann die Idee! Theresa anmailen und meine Idee vortragen.

Nach einigen Mails stand dann fest, dass Sie mitmacht. Ganz Regional in Doppelfunktion. Die bloggende  Moselweinprinzessin  und zudem aus Reil. Die erste Weinrallyethema, das von zwei Bloggern in einem gemeinsamen Projekt abgearbeitet wird. Regional Total!
Theresa:

Ob ich schon einmal von der Weinrallye gehört habe, fragt mich Harald. Klar, habe ich! Allerdings habe ich mir noch nie überlegt, selbst daran teil zunehmen.

Haralds Idee, dieses Projekt gemeinsam anzugehen, klang es sehr verlockend. Da dauerte es auch nicht mehr lange bis mir ein Einfall für meinen Beitrag kam. Ich mailte Harald meine Zusage und die Planung konnte beginnen. Regional Total!

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Harald:

Gebratener Moselzander auf Kartoffel-Bärlauchpürée mit Weinessig-Gemüse.

Oberspitze das Weinessiggemüse. Der Moselzander und das Pürée waren nette Beilagen. Natürlich auch sehr gut, aber das Gemüse: Einfach lecker, mit Essig von Theresas Vater und viel Liebe von Theresa zubereitet. Dazu gab es zwei trockene 2008er Rieslinge, jeweils aus meinem Keller und von Theresas Eltern.

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Theresa:

Auf der Weinmesse in Bremen assistierte ich bei der Zubereitung des Zanders bei einer Kochshow mit Christian Krüger von Steinheuers Restaurant. Ich fand, dieses Rezept sei wie gemacht für die aktuelle Weinrallye. Außerdem ist es kinderleicht nach zukochen. Um dessen sicher zu sein, mussten zunächst meine schwäbischen Mitbewohner in Geisenheim mein Probekochen bewerten. Sie gaben mir grünes Licht. Schließlich gab es auch von den Reilern ein gutes Urteil.

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Harald:

Die Hirschkeule aus den Niederwäldern oberhalb der Reiler Goldlay durfte drei Tage in unseren Riesling-Weinessig und einer Flasche Reiler Goldlay baden. Verfeinert wurde das Bad mit den üblichen Zutaten von Zwiebeln, Möhren, Lorbeer und einigem mehr. Scharf angebraten mit kaltgepresstem Traubenkernöl in ökologischer Qualität von der VITIS AG aus Trittenheim an der Mosel und bei Niedertemperatur gegart. Die Soße wurde mit Bratensatz und Reiler Spätburgunder von Theresas Eltern gekocht, der ebenfalls das Essen begleitete.

Noch näher am Weingut als der Hirsch, direkt aus unseren Weinbergen, der Feldsalat. Wächst wild in den Schiefersteillagen der Mosel. Und man braucht sich nur zu bücken. Die Vinaigrette mit Theresas Weinessig, der genau so wie unser Essig im klassischen Orleans Verfahren hergestellt wird und wiederum das Traubenkernöl aus der Trittenheimer Ölmühle, die nach langer Zeit wieder kaltgepresstes Öl herstellten. Aus dem Hunsrück die Rosmarinkartoffeln.

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Theresa:

Dieser Hirschbraten von Harald war ein Festessen, wie ich es sonst nur von den höchsten Feiertagen kenne. Sein Bad in Weißweinessig und Riesling war deutlich schmeckbar. Mein Lieblingssalat und die köstlichen Ofenkartoffeln machten den Hauptgang zu einem Gedicht, das regionaler nicht sein konnte. Unser trockener Spätburgunder von 2007 in Soße und im Glas rundete die Sache völlig ab.

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Harald:

Elblingweinschaumcreme, so gut, dass die Teller schneller leer waren als ein Foto gemacht werden konnte. Elbling  gibt es fast nur noch an der Mosel und  gilt als autochonte Rebsorte.

Dazu ein Süßwein, natürlich Riesling, aus Theresas Elternhaus.

Theresa:

Auch das Rezept der Elblingweinschaumcreme ist verblüffend einfach und wird von mir sicher einmal nachgemacht. Der dazu servierte Dessertwein aus unserem Weingut brauchte schon an die 70 g Restzucker, spritzige Säure und ein feinfruchtiges Aroma, um mit der fluffigen Nachspreise mithalten und harmonieren zu können.

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Harald:

Auch bei uns auf dem Tisch: Das regionalste Mineralwasser Deutschlands. Eine absolute Rarität. Bis Mitte der siebziger des letzten Jahrhunderts wurde die Trarbacher Felsenquelle als Mineralwasser genutzt und danach die Abfüllung eingestellt. Vor einigen Jahren wurde als Marketingidee eine kleine Menge abgefüllt. Der Erfolg war so überraschend, dass die kommerzielle Abfüllung wieder aufgenommen wurde. Mit mittlerweile 80 000 Flaschen Abfüllmenge im Jahr dürfte die Trarbacher Felsenquelle zu den seltensten Wässern Deutschlands zählen.

Danke an die VITIS AG, dass sie so schnell und unproblematisch das Traubenkernöl zu mir geschickt hat.

Theresa:

Dieses regionale 3-Gänge-Menu ist wohl der beste Beweis dafür, dass unsere Region so einiges zu bieten hat, wobei das Essen ja auch nur einen Teil ausmacht. Zu den Spezialitäten würde ich ebenfalls die Landschaft und nicht zu letzt die Menschen zählen, die die Region ausmachen und unsere Landschaft und Kultur erhalten.

Genau diese Menschen sind es auch, die an einem Projekt und Abend wie diesem, den Spassfaktor nicht zu kurz kommen lassen!!!

Zum Schluss noch Danke, Harald, für Gastfreundlichkeit und Zusammenarbeit!!!