Rebschnitt

Der Rebschnitt ist bei uns sehr weit fortgeschritten. Es gab nur wenige Tage, an denen wir wetterbedingt nicht in den Weinberg gehen konnten.

In einem ersten Arbeitsschritt wird der Weinstock auf zwei Fruchtruten nebst Ersatzaugen auf dem Rebstamm zurückgeschnitten. Dann das arbeitsintensive Ausheben und Abschneiden der nicht benötigten Rebtriebe. Da die Rebe ursprünglich eine Bewohnerin von lichten Auwäldern war, ist sie mit Ranken versehen, um sich an den Bäumen zum Licht hochranken zu können.

Zu unserem Leidwesen hält sich insbesondere der Riesling intensiv mit den Ranken an den Drähten der Spaliere fest und muss zeitaufwändig herausgeschnitten werden. Zum Schluss erfolgt das passgenaue Einkürzen der noch verbliebenen Fruchtruten.

Rationalisierungsmöglichkeiten für den Steillagenweinbau gibt es fast gar keine. Mehr wie ein maschineller Vorschnitt oberhalb des obersten Drahtes der Erziehungsform ist bisher nicht machbar.

So müssen wir beim klassischen Handwerk bleiben. Mit der Hand arbeiten, im Gegensatz zur Industriellen Produktion.

Nebelspiele und Lichtmalerei

So trist und grau wie der Winter ist, bietet er doch ab und zu etwas fürs Auge. In den letzten Tagen waren die Nebelspiele sehr reizvoll.  Morgens dichter Nebel der durch die einstrahlende Sonne eine ganz andere optische Dimension erfuhr.

Kurzes Aufreißen der Nebelschwaden und unsere Kirche auf der anderen Moselseite war für einige Momente als Schattenriss zu sehen.

Spannend wurde es, als der Nebel sich in der Dämmerung senkte. Strahlend blauer Himmel wurde sichtbar und eine scharfe Abgrenzung erfolgte. Anstatt ein Moseltal ein Nebeltal. 🙂

Innenansichten

Immer wieder reizvoll der Blick ins Fass. Schauen, wie weit es beim Abstich, also den abtrennen der Grobhefe von hefetrüben Wein, schon leer ist.

Wenn dann der Anstichkonus im Zapfenloch zu sehen ist, wird das Weinfass mit der Fasswinde hinten angehoben. Der Jungwein läuft nach vorne und wird abgepumpt.

Zum Schluss läuft dann die Weinhefe heraus und das Fuderfass wird gereinigt.

Spannend anzusehen, welche Form der Weinstein hat, der sich abgelagert hat. In einem Jahr als feine längliche Gebilde, in anderen Jahren als grobkörnige Kristallablagerung und immer noch ein wichtiger Rohstoff z. B. für die Backmittelindustrie als Backpulver. Sehr wichtig für die Kellerarbeiter in großen Weinkellereien, die ihn auf eigene Rechnung verkaufen können. Dann heißt er Küfergold. Diese Geschichte können hier nachlesen.

Weinstütze

Die hefetrüben Jungweine werden zurzeit grob von der Hefe getrennt. Abstich genannt. Der Bodensatz im Fass, allgemein als Hefe bezeichnet, besteht nicht nur aus reiner Weinhefe. Restliche Fruchtfleischteilchen und Trubstoffe, die bei der Mostklärung nicht erfasst wurden, sind neben Weinstein ebenfalls in diesem Sediment zu finden.

Ein wichtiges Arbeitsgerät ist dabei die Weinstütze. Ein spezielles Arbeitsgerät des Kellermeisters. Sozusagen eine Art Eimer mit erweiterten Funktionen. 10 Liter Inhalt und einhändig zu bedienen. Als Hilfe beim Umhängen des Weinschlauches von einem Fass zum nächsten, ohne die Pumpe abzustellen. Durch den geringen Durchmesser der Stütze kann man auch problemlos ein Fass durch das nur 5 cm große Spundloch auffüllen ohne das man einen Trichter benötigt. Dazu noch viele weitere Funktionen. Die behalte ich aber mit dem Hinweis auf Kellermeisters Geheimwissen für mich…

Anfangs aus Holz in der Bauart eines Weinfasses hergestellt, später aus Kupfer welches innen verzinnt wurde, dann aus Aluminium und jetzt aus Kunststoff.  Ein universelles Handwerksgerät. Im Laufe der Zeit entwickelt und eine Form, die sich, seitdem es nicht mehr aus Holz hergestellt wurde, nicht mehr verändert hat.

Leider wird die Weinkanne auch nicht mehr produziert. Ein Stück Weinkultur wird verschwinden, ebenso das Wissen über die Handhabung dieses alten „Werkzeuges“ des Kellermeisters. Ich bin froh, das ich von diesem Universalgerät noch einige Exemplare mein Eigen nennen darf.