Ham wa nicht, ist aus…

„Ham wa nicht, ist aus“ hören wir immer öfters. Wir haben Lieferengpässe bei einigen Vorprodukten, die wir für unser Weingut benötigen.

Zitronensäure, die wir für die Konservierung unserer Holzfässer benötigen, ist knapp und teuer. Wird meistens in China produziert. Stichwort: Corona, Lockdown, Lieferketten. Ein großes Problem sind Weinflaschen. Ich berichtete hier schon einmal darüber. Glücklicherweise haben wir etliche Paletten Flaschen rechtzeitig geordert und auf Lager stehen. Auch Altglas, das nach Reinigung wieder gefüllt werden kann, ist auf Lager. Kartonagen sind extrem teuer geworden. Etikettenpapier ist ebenfalls ein Problem. Der bisherige Hersteller bankrott, andere Papiere mittlerweile in der Auswahl sehr beschränkt.

Diese Liste ist beliebig erweiterbar. Kohlensäure, Ersatzteile, Weinbergspfähle, Filtrationsmaterial, usw. usf.

Die damit verbundenen Preiserhöhungen sind nicht von Pappe. Bei energieintensiven Vorprodukten locker 20 % mehr. Dazu noch die Mindestlohnerhöhung – gönne ich meinen Helfern gerne🙂 -, änderungen der Besteuerung bei der Umsatzsteuer (Mwst.) in der Landwirtschaft usw. Die Inflation ist zurzeit immens.

Just-in-time Lieferung war gestern. Bislang konnten wir durch eine aufgestockte Vorratshaltung und geschicktes Einkaufen diese Auswirkungen etwas begrenzen und in die Zukunft schieben.

Gut, dass wir den Spruch: „…kommt auch nich wieda rein!“ bisher noch nicht gehört haben. Es ist eine spannende Zeit, in der wir leben. Viele Unsicherheiten und niemand, der vorhersagen kann, was die Zukunft bringt. Leider keine heile Welt.

Frühstückswein

Der Morgentrunk, später reduziert auf den Frühschoppen: Ernährungsgewohnheiten, die uns heute befremdlich vorkommen. Im edlen Metropolitan Hotel in New York 1859 als Frühstückswein im Angebot. (Auf das Bild klicken, um die ganze Frühstückskarte zu sehen). Aber auch der einfache Mensch startete durchaus mit Wein in den Tag:

„Zum ersten Frühstück wurde Malzkaffee oder Milch getrunken, bei den Männern häufig Wein… Zum zweiten Frühstück und zu allen übrigen Mahlzeiten, auch zur Jause trank man ebenfalls Wein. Es stand aber auch immer ein Krug mit frischem Brunnenwasser auf dem Tisch….Wenn man durchgefroren oder erkältet war, trank man einen Glühwein oder „russischen“ Tee mit Rum.“
Wendelin Hambuch – Ida Husznai-Hambuch – Franziska Keidl – Alois Strigens, Ungarndeutsche Studien 5.

In Deutschland war der Frühstückswein weniger bekannt. Als Biertrinkerland mit wenig entwickelter Weinkultur waren/sind die Frühstücksgetränke anderer Natur. Dafür gibt es aber heute noch das Hüttenfrühstück. Leider mit Bier… 😉 (gesehen im Café der Völklinger Hütte).

Ich berichtete schon einmal über die geänderten Trinkmuster im Wandel der Zeit. Hier zum Nachlesen.

Zu Lebzeiten…

Zu Lebzeiten bin ich schon im Museum gelandet. So quasi als Ausstellungsstück. 😉

Im Freilichtmuseum Bad Sobernheim durfte ich in der medialen Ausstellung „Lebensmitte Wein“ als Interviewpartner fungieren. Zum Thema Anbau, Vertrieb, Genuss und Faszination am Wein wurde ich mit anderen Menschen, die sich beruflich oder in Ihrer Freizeit mit Wein beschäftigen, befragt.

Im Erdgeschoss von Haus Bruttig bilden diese gefilmten Interviews den Kern des neuen Bereichs. Die Ausstellung lädt die Besucher*innen ein, die vielen Facetten des Themas Wein kennenzulernen.

Da der Weinbau ein wichtiger Wirtschaftszweig in Rheinland-Pfalz ist, liegt hier ein thematischer Schwerpunkt des Freilichtmuseums, für den der museumseigene Weinberg, das WeinKulturGut und weitere Gebäude stehen. Zu diesen Häusern zählt auch das Kelterhaus Bruttig in der Baugruppe Mosel-Eifel, welches im 14. Jahrhundert – vermutlich als Wohnhaus – erbaut wurde.

Ein Besuch des Freilichtmuseums in Bad Sobernheim lohnt sich. In über 40 Häusern wird die Geschichte und das Alltagsleben der Bevölkerung von Rheinland-Pfalz lebendig. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise durch rund fünfhundert Jahre Geschichte.

Sorgen

Corona und der aktuelle Ukrainekrieg machen uns große Sorgen. Weltweit gestörte Lieferketten, steigende Energiepreise und mangelnde Verfügbarkeit von Vorprodukten (z.B. Flaschen) haben ihre Auswirkungen.

Schon im letzten Jahr gab es einen sogenannten Materialzuschlag auf bestellte Ersatzteile, mittlerweile Energiekostenzuschläge. Dazu fehlende Transportkapazitäten mangels LKW-Fahrern und einiges mehr.

Mittlerweile kommen fast täglich Rundschreiben von Vorlieferanten an, die ich ausschnittsweise zitieren möchte:

„…in den letzten Monaten mussten aufgrund der Entwicklung an den Märkten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe die Preise …wiederholt angepasst & damit erhöht werden… Diese historische Erschütterung des Preisgefüges hat ein solch schwerwiegendes Ausmaß erreicht, dass es uns unmöglich macht, ohne Anpassung fortzufahren.“

„Die Preise in nie dagewesener Höhe um mehr als 20% anpassen… Bei allen Herstellern kommt es immer wieder zu Produktionsausfällen bedingt durch Corona… Der Krieg in der Ukraine verschärft die Situation noch zusätzlich….“

Bislang konnten wir durch entsprechende Vorratshaltung und geschicktes Einkaufen diese Auswirkungen begrenzen.

 

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Die derzeitige politische und wirtschaftliche Situation in der Welt wird uns in einem Maße betreffen, welches wir uns vorher nicht auszumalen wagten.

Wir sind schockiert und zutiefst beunruhigt über den militärischen Überfall der russischen Regierung. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, ihren Angehörigen, Freund*innen und bei allen, die von diesem schrecklichen Krieg betroffen sind.

Unser Respekt gilt auch den Menschen in Russland, die sich gegen das Regime und seine Kriegshandlungen auflehnen und dafür ein hohes Risiko eingehen. Wir alle hoffen auf ein baldiges Ende der russischen Aggression und auf ein friedliches Zusammenleben aller Nationen in Europa.

Ausbildungsplatz für den Winzerberuf frei!

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Unsere jetzige Auzubine hat ihre Lebensplanungen geändert. Sie möchte ihr letztes Ausbildungsjahr heimatnah in einem anderen Weingut verbringen. Daher ist unser Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer zum  01. August 2022 neu zu besetzen.

Alternativ kann der Arbeitsplatz auch für ein Vorpraktikum für das Studium (Weinbau und Getränketechnologie mit den Studienrichtungen Weinbau und Oenologie sowie Getränketechnologie und im Bachelorstudiengang Internationale Weinwirtschaft ) an der Weinhochschule Geisenheim besetzt werden.

Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Wein- und Balsamessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 40 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

gebauchpinselt

Man fühlt man sich richtig gebauchpinselt, wenn im Sommer und Spätjahr die Urkunden der Verkostungswettbewerbe eintreffen. Punkte und Sternchen werden vergeben, mal mehr, mal weniger. Jeder Veranstalter eines Weinwettbewerbes meint, dass seine Beurteilung das Non plus Ultra ist und er die Meinungsführerschaft besitzt. Da bin ich anderer Meinung, wie Sie hier im Blog, „Die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß“ schon des Öfteren lesen konnten. Meinungsführerschaft hat der Verbraucher. Er muss den Wein ja trinken! 🙂

Wir freuen wir uns trotzdem, von verschiedenen Weinführern seit Jahren zu den besten Weingütern Deutschlands gezählt zu werden. Abseits von Punkten und Sternchen gibt es weitaus mehr. Weitaus besser gefallen mir – nicht immer – die Kommentare zu den Weinen. Während der eine Verkoster noch das Haar in der Suppe finden will und entsprechend abwertendes oder gar beleidigendes schreibt, kann man bei anderen lobende Worte lesen.

Gerhard Eichelmann vom gleichnamigen Weinführer fand dieses Jahr sehr schöne Worte für unseren Basisriesling in der Literflasche: „Wunderbar klar und saftig kommt der trockene Literwein daher – sicher einer der besten trockenen Weine dieser Art an der Mosel.“ Das hat uns natürlich sehr gut gefallen. Eine Aussage, die mehr wert ist als viele Pünktchen. Eine Aussage, die unsere Arbeit im Weinberg und Keller, insbesondere bei unserem „kleinsten Wein“ würdigt!