Sixpack?

Falsch sitzende Sixpacks? Kampfanzug á la Batman, Superman oder ähnlicher Comic Superhelden?

Weit gefehlt! Zwar auch eine Art „Kampfanzug“, aber für den Winzer und gegen hohe Temperaturen. Kühlbekleidung heißt das Zauberwort. Die tragbare Klimaanlage für Berufe, die bei hohen Außentemperaturen arbeiten müssen. Vor längerer Zeit bin ich über die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft darauf aufmerksam geworden. Da die Arbeitsleistung bei hohen Temperaturen abnimmt, kam uns diese „mobile“ Kühlanlage genau recht, damit die Arbeitsleistung und das persönliche Wohlempfinden gesteigert wird.

Bei der Klimaanlage zum Anziehen sind in den sogenannten Sixpacks spezielle Kunststofffasern eingenäht. Das Shirt wird unter dem Wasserhahn gut durchnässt und anschließend das überschüssige Wasser ausgedrückt. Das Shirt ist innerhalb von Sekunden trocken und einsatzbereit. Nun sind etwas über einem halben Liter Wasser im Gewebe gespeichert. Durch langsames (!) Verdunsten über viele Stunden wird die Haut darunter um bis zu 12 Grad abkühlt.

Durch den körpernahen Schnitt, und die gute Passform auch gut unter dem Hemd oder T-Shirt tragbar. Aber dann gibt es den Batmaneffekt mit breiten Schultern und großen Brustkorb. 😉

Mehr Information gibt es unter https://www.e-cooline.de/technologie/ und Nein, ich wurde nicht vom Hersteller bezahlt oder gesponsort. Also unbezahlte Werbung, weil ich das Produkt sehr gut und innovativ finde.

mehr oder weniger vital

Die Triebspitzen des Rieslings sind größtenteils noch etwas gekrümmt und zeigen an, dass die Reben noch mehr oder weniger vital und langsam am Wachsen sind. Der Wassermangel macht sich bemerkbar. Das bislang kühlere Wetter schonte zwar noch das Bodenwasser, die kommende Hitze wird jedoch kräftig daran zehren.

Wir benötigen richtig viel Regen, damit dieser die Rebwurzeln in der Tiefe erreicht. Vom Regen würden auch die jungen Rieslingträubchen profitieren, die dieses Jahr nach der sehr gut verlaufenen Blüte reichlich in den Weinbergen hängen. Vermehrtes Dickenwachstum wäre die Folge und damit auch höhere Erträge, die nach dem mageren letzten Jahr die Fässer im Keller füllen würden.

Mickrig

Mickrig, wie sich zurzeit die Begrünungen in unseren Weinbergen präsentieren. Schwach wachsend, durch die Trockenheit schon aufgehellt und gelblich werdend.  Seit  Wochen gab es keinerlei Regen. Dazu sehr trockene, teils windige Luft, die dem Boden weiteres Wasser entzieht.

Während die Landwirtschaft stark am Klagen ist, haben ältere Rieslingreben im Untergrund noch genügend Wasser. Nachgepflanzten Reben sieht man den Wassermangel schon an. Nachschub von oben ist baldigst willkommen.

In den vergangenen Tagen gab es die Chance, Regen zu bekommen. Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes füllten das E-Mailpostfach. Beim Blick auf das Regenradar jedoch Enttäuschung. Die Regenwolken streiften nur unsere Gemarkung und das bisschen, was an Regen fiel, hatte nur den Staub abgebunden.

Am morgigen Montag haben wir laut den Wetterfröschen noch einmal eine Chance auf Regen. Dann ist wieder Trockenheit bei kühlen Temperaturen gemeldet. Wir hoffen auf reichlich Niederschläge. Am liebsten in Form eines langanhaltenden Landregens.

 

Rebschnitt

Der Rebschnitt ist bei uns weit fortgeschritten. Es gab nur wenige Tage, an denen wir wetterbedingt nicht in den Weinberg gehen konnten. Bedingt durch die Gefahr einer Ansteckung durch Corona und der damit verbundenem Ausfall der Arbeitskraft, haben wir uns mit der Arbeit beeilt. Entsprechende Zeitreserven sind nun vorhanden.

Wir hatten frühzeitig mit dem Rebschnitt angefangen. Zuerst wurden die alten Fruchtruten abgeschnitten und aus dem Drahtrahmen herausgezogen, dann die beiden diesjährigen Fruchtruten angeschnitten. Jetzt das arbeitsintensive Ausheben und Abschneiden der nicht benötigten Rebtriebe.

Sehr auffällig ist das hohe Auftreten von Esca und der Schwarzholzkrankheit, die durch starken Rückschnitt der Rieslingreben bekämpft werden. Die vorangegangenen trockenen Jahre haben die Reben geschwächt, sodass diese Krankheiten ein leichtes Spiel hatten. Der Klimawandel lässt grüßen, beschert uns Mehraufwand und einen kleinen Ertragsausfall bei den betroffenen Rebstöcken.

Weinernte 2021: Mal mehr, mal weniger

Wir sind bei den ersten Vorbereitungen für die Weinernte. Es wird eine späte Weinernte geben. In den letzten Jahren begannen wir Klimawandel bedingt meistens in der ersten Oktoberwoche mit der Ernte. Dieses Jahr war es eher ein kühler Sommer, von den wenigen heißen Tagen im Juni einmal abgesehen. Der Vegetationsrückstand gegenüber den letzten Jahren war groß. Der bisher warme September hat die Reife der Rieslingtrauben beschleunigt und die weiteren Wetterprognosen sind positiv. Kühle Nächte und warme Tage sind sehr förderlich für das Rieslingaroma!

Ich hatte schon im Juni den Erntebeginn auf den 11. Oktober terminiert. Da meine hellseherischen Fähigkeiten doch etwas begrenzt sind, muss ich etwas korrigieren:

Erntebeginn ist am Samstag, dem 16. Oktober um 9,00 Uhr! Sollte jedoch Fäulnis auftreten, stehen eine Woche vorher schon Lesehelfer bereit um mit der selektiven Ernte zu beginnen.

Bedingt durch den Klimawandel werden wir dieses Jahr federn lassen müssen. Kräftig! Die extremen, bisher nie dagewesenen massiven Niederschläge im Sommer, haben Ihre Spuren in den Weinbergen hinterlassen. Teilweise massiver Befall mit Peronospora und Schwarzfäule haben die Trauben dezimiert. Mal mehr, mal weniger. Leider ist das weniger sehr häufig im Weinberg zu sehen. Wir rechnen mit einer weit unterdurchschnittlichen Erntemenge.