Weinernte 2020: Traubenreife

Der angesetzte Erntebeginn in zwei Tagen scheint sich zu lohnen. Während vor 10 Tagen der Traubeninhalt noch sehr markig und die Traubenkerne noch grün waren,

verflüssigt sich das Mark mittlerweile durch traubeneigene Enzyme und die Kerne sind braun verfärbt. Zeichen für die sogenannte „physiologische Reife“ oder Geschmacksreife. Mehr Aroma und eine höhere Pressausbeute beim Keltern sind die Folge. Zu diesem Thema können Sie bei meinen Kollegen Bernhard Fiedler mehr nachlesen.

Die Rieslingtrauben sind bis auf wenige Sonnenbrandschäden in bester Verfassung. Große und dennoch lockerbeerige Trauben, die den einen oder anderen Regenguss unbeschadet überstehen können.

Die Ertragserwartungen sind in diesem Jahr sehr gut und wir hoffen, dass viele Fässer im Weinkeller gefüllt werden.

Weinernte 2020: Ein Fingerzeig von oben

Ein Lichtstrahl, der durch das Lüftungsloch in den Weinkeller scheint und  durch den Wasserdunst vom Reinigen aufleuchtet.

Ein Fingerzeig von oben? Bislang alles richtig gemacht? Stimmen unsere Planungen für den Erntebeginn?

Während einige Kollegen schon Riesling ernten, steht bei uns immer noch als Erntebeginn der 05. Oktober.

Die Bedingungen an der Mosel sind recht unterschiedlich. Während wir im August in Reil 80 Liter Regen hatten, gab es zwei Kilometer weiter bei der Wetterstation Briedel 120 Liter. Jedoch einiges in fester Form als Hagel und mit entsprechenden Schäden an den Trauben. Andere Orte an der Mosel hatten seit Mitte Juli keinerlei oder weniger Regen und die Reben sehen entsprechend vertrocknet aus.

Groß sind auch die Reifeunterschiede. Die Reifemesswerte der Agrarberatung, ich berichtete hier, die sonst sehr verlässlich und interpretierbar sind, kann ich dieses Jahr nur eingeschränkt nutzen.

In den letzten Tagen haben wir eigene Reifemessungen durchgeführt. Die Analytik, insbesondere der Zuckergehalt passt für unsere leichten Weine und insbesondere für den Sekt, der auch nicht zu alkoholisch werden darf.

Noch nicht ganz braun gefärbte Traubenkerne und ein markiger Traubeninhalt sind Zeichen einer nicht vollständigen Reife. Unsere Rieslingtrauben dürfen noch einige Tage reifen.

Mittlerweile sind die Temperaturen kräftig gesunken. Das sogenannte Langeunterhosenwetter, dass für den letzten Schliff der Rieslingqualität förderlich ist.

Zeitgleich mit dem kühlen Wetter setzte Regen ein, der dringend gebraucht wird. Weitere Niederschläge sollen diese Woche noch fallen. Ich gehe davon aus, das diese den Trauben nicht schaden und keine Fäulnis einsetzt.

Weinernte 2020: „Minihochwasser“

Heute Morgen starteten wir mit der Generalreinigung im Weinkeller. Das Wasser, das unsere Holzfässer im Sommer konserviert hatte, wurde abgelassen und verursachte ein „Minihochwasser“ im Keller.

Bodenreinigung und Wandreinigung, Behälter (Holzfass, Stahltank) Außen-, dann Innenreinigung. In dieser Reihenfolge! Zwischendurch Kleinteile, Armaturen usw. säubern. Der Kellerboden glänzt mittlerweile genauso neu wie die Edelstahltanks. Morgen der restliche Kleckerkram im Keller nebst wenigen Holzfässern noch.

Zwar ist der Wein ein relativ unproblematisches Lebensmittel, dass nicht so vom Verderb bedroht ist wie z.B. Milch oder Fleisch, jedoch können Hygienemängel die geschmackliche Qualität negativ beeinflussen. Die Grundreinigung – außer bei den Holzfässern –  erfolgt mit Natronlauge, die den Schmutz aufweicht, dazu kommt noch Wasserstoffperoxid, den Hausfrauen als Aktivsauerstoff bekannt. Wasserstoffperoxid desinfiziert,  bleicht und hilft als Reinigungsverstärker der Natronlauge. Beim Frisör zum blondieren verwendet. Harmlos und umweltverträglich.

Bei den Holzfässern wird Heißdampf verwendet und bei allen Reinigungsvorgängen viel Wasser und die Kraft eines Hochdruckreinigers.