Darf ich vorstellen:

2015-09-05 Federica

Kellerreinigung und Fassreinigung ist schnell letzte Woche gelernt worden. Das Nachpflanzen der Topfreben vor zwei Wochen – trockenheitsbedingt extrem spät in diesem Jahr – klappte auch prima. Mit der Raupe fahren lernen, war jedoch eine andere Geschichte. Die Anspannung war sichtbar…

Sie ist lernwillig und wir vertragen und verstehen uns. Bis jetzt alles bestens!

Darf ich vorstellen: Federica, unsere neue Azubine aus Italien, die in den nächsten zwei Jahren ihre Ausbildung zur Winzerin bei uns absolviert.

Murphys Gesetz

2015-08-03 Kellerkatze

Murphys Gesetz„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Nicht ganz so schlimm wie vor einigen Jahren, aber es nervt trotzdem.

Gestern Morgen signalisierte das Armaturenbrett des Kettenschleppers eine fehlerhafte Funktion der Lichtmaschine. Ich dachte mir, dass der Keilriemen des Antriebes abgesprungen ist, aber nein, dass war es nicht. Also zur Tankstellenwerkstatt gefahren und um Ratschlag gebeten. Die Stromlieferung der Lichtmaschine schwächelte etwas. Kein Grund zur Sorge. Nervig nur, dass die optische Meldung auf dem Display mit einer kleineren Sirene verbunden ist, die alle paar Sekunden Warnsignale von sich gibt.

Beim Nachfüllen des Wassers für die dritte Runde der Bewässerung einer Junganlage, war unser hauseigener Brunnen leer und Trinkwasser musste genommen werden. Wasser alle, wie in den Weinbergen.

Die Heimfahrt nach getaner Arbeit endete mit einem riesigen Knall. Plattfuß am Anhänger! Ein Stein war während der Fahrt hochgewirbelt worden und hatte sich zwischen Reifen und Anhängestell verkantet und die Flanke des Reifens aufgeschlitzt. Also Raupe abladen, Hänger an den Wegrand stellen, mit dem Traktor nach Hause, Werkzeug und Wagenheber ins Auto, Reifen abbauen und schon wieder zur Tankstellenwerkstatt. Gottseidank war ein Ersatzreifen vorhanden. Und das Ganze wieder rückwärts: Mit dem Auto in den Weinberg fahren und Reifen montieren, Auto nach Hause und anschließend mit dem Traktor Anhänger und Raupe holen.

Die Kellerkatze beim Ausruhen in der sommerlichen Hitze unter dem Walnussbaum. Mit den häufigen Hofdurchfahrten meinerseits, laufend gestört. War mir aber auch egal.

Heute Morgen dann keinen Strom an der 12v Bordsteckdose gehabt. Erst nach einer längeren Fehlersuche habe ich als Ursache eine geschmolzene Sicherung gefunden. Kurze Zeit später das Gleiche noch einmal. Das „Warum“ aber nicht gefunden.

Mittlerweile etwas genervt durch die sich immer wieder meldende Sirene beim „Support“ des Kettenschlepperherstellers angerufen. Die Lichtmaschine dürfte der Verursacher sein. Liefert nicht genug Stromspannung. Es reicht für die Batterieladung, aber nicht fürs Abschalten der Sirene, vermutlich auch Stromschwankungen, die das Schmelzen der Sicherungen bewirkt haben.

Eine Neue ist bestellt und ich hoffe, dass es die Lösung für einen Teil der gestrigen und heutigen Probleme ist.

Der Stift berichtet: Die erste Woche

Ich bin der neue Weinstift, derjenige, der recht spontan als Ersatzmann auf das Steffens-Kess-sche Boot aufgesprungen ist und der jetzt die neue Kategorie „Der Stift berichtet“ füllt.
Sven Zerwas mein Name und mit Mitte dreißig nicht mehr der Jüngste unter den Weinstiften, in Zweitausbildung und die letzten Jahre hauptsächlich im Weinhandel beschäftigt.

Der erste Post sollte sich eigentlich um die Vorbereitungen zur bevorstehenden Weinlese drehen, da ich aber relativ nahe an Kattenes wohne, hat mich der Hangrutsch am vergangenen Wochenende sehr beschäftigt.
Gerade als angehender Winzer frage ich mich, ob es Möglichkeiten gibt, Weinbau zum einen wirtschaftlich, zum anderen aber auch so zu betreiben, dass ich die Risiken eines Hangrutsches zumindest eindämmen könnte….na ja macht Euch selber ein Bild.

Hier ein kurzes Video (Bitte das Bild anklicken, Link öffnet im neuen Fenster):2014-10-20 Video

Meine erste Woche war geprägt von der Vorbereitung auf die kommende Weinlese. Der komplette Kellerboden wurde gereinigt und die Fuderfässer bekamen einen Außen – und Innenputz.

Ich habe Sie alle liebgewonnen die Fässer und Schlauch aufwickeln – das kann ich jetzt auch.

Uns und allen anderen Winzern wünsche ich eine spannende, erfolgreiche Weinlese – auf einen guten 2014er.

Ein Stift ist ein Nagel ohne Kopf

2014-09-10 NagelEin Stift ist ein Nagel ohne Kopf und ist auch die Bezeichnung für den/die  Azubi/-ne. Ich berichtete über den Stift anlässlich des ersten Arbeitstages meiner Azubine Montag vergangener Woche.

Obwohl ich geduldig, lieb, nett und sozialverträglich war, also wie immer, kündigte diese nach zwei Arbeitstagen.

Mittwochs die Stellenausschreibung in meinen Netzwerken und hier im Blog. Und es hat geholfen, rasend schnell!

Eine umschulungswillige Floristin und eine Arbeit suchende Weinbauingeneurin wurden mir angeboten, Thomas meinte in Facebook  „Wenn ich nicht schon eine Ausbildung hätte würde ich direkt dort anfangen!!“.

Auf Twitter posteteMatthias@duesiblog 3. Sep.Würde selbst gerne. Der liebe .@Bioriesling hat aktuell Ausbildungsplatz & Praktikumsplatz in seinem Weingut frei.“

Kurz vor Feierabend dann eine PN via Facebook: „Hallo Harald, dürfen auch deutlich ältere, lebenserfahrene Leute bei Dir Azubi werden, oder in welchem Rahmen wäre das Vorpraktikum zum Studium? Ich hätte da Lust drauf.“ Kurz darauf vom gleichen Bewerber ein Telefonanruf, er meinte es ernst. Ich natürlich etwas dumm aus der Wäsche geguckt – ich kenne ihn seit einigen Jahren.

Der Ausbildungsvertrag ist mittlerweile unterschrieben. Es wird spannend! Das wird eine Ausbildungszeit die es in sich hat. Mehr auf Augenhöhe, als ein Bauer/Knecht Verhältniss. Für meinen Azubi die zweite Ausbildung. Bisher in Restaurant und Weinverkauf tätig, will er nun wissen wie er denn hergestellt wird, der Wein. Da kann ich auch noch viel lernen! Eher ein Stift mit Kopf, also ein Nagel, der Neue Azubi.

Zudem ist er auch noch im Internet aktiv und will hier im Blog auch als Co Autor schreiben. Kategorie „Der Stift berichtet“.

Ich freue mich auf Sven, der ab kommenden Montag bei uns das Winzerhandwerk erlernen will. Herzlich willkommen!

Erntezeit

 2014-08-27 Pflaumen

Seit Wochen ist schon Erntezeit im Weingut. Kirschen gabs reichlich. Mit unseren Mirabellen wurde die Tiefkühltruhe gefüllt und die halbe Nachbarschaft versorgt. Der kleine Zwetschgenbaum hat auch überaus gut getragen und ein Teil der Ernte wurde eingekocht.……………………………………………………………………………………….2014-08-27 PfirsichDer Weinbergspfirsich und die Vereinsdechantbirne dürften in ca. zwei Wochen erntereif sein und werden als Winterobst ebenfalls eingeweckt. Zwischendurch noch schnell den Apfelbaum für die Saftgewinnung beernten – leider eine Sorte, die nicht lagerfähig ist und schon vor der Ernte am Baum wegfault, egal obs regnet oder trocken ist -. Irgentwann noch die Feigen zu Chutney verarbeiten – Ganz wichtig: Bitte diesen Balsamessig verwenden! – und dann!

Und dann Riesling! Aber der wird anders konserviert. Und wenn es mich nicht täuscht, es dürfte eine ebenfalls reichliche Ernte geben, wie bei den Obstbäumen.

Newsletter No 5: Murphys Gesetz Teil 2, Wellness beim Winzer, andere Begebenheiten und ein Pin-up für ältere Winzer

Wie ich hier berichtete wurde unsere Weinpresse hart vom Murphys Gesetz getroffen:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Und die Geschichte ging noch weiter.

Kurz nachdem die Elektrik wieder funktionierte, hatte sich die Packung einer  Stopfbuchse  fest gefressen und musste erneuert werden. Eine Traubenpressung später, Murphys Gesetz sei dank, schaltete die Weinpresse nicht mehr vom Vorentsaften auf Pressen um. Der Monteur kam umgehend und, wie der Teufel so will, die Presse funktionierte wieder einwandfrei. Aber nur bis zur allerletzten Pressung. Das gleiche Problem! Gut, das ich in weiser Voraussicht Ersatz für den Übeltäter, ein pneumatisch/elektrischer Mikroschalter, in den Schaltschrank gelegt hatte, der dann doch noch getauscht werden musste. Die Rechnungen der diversen Ersatzteile sind mittlerweile alle gekommen…

Bild: Alexander Thomas

Wellness beim Winzer wurde den beiden anwesenden Weinhändlerinnen anlässlich der Weinhändlerbespaßung Anfang Oktober geboten. Wie ich hier berichtete, müssen für eine saubere Gärung, die im Traubensaft vorhandenen Trubstoffe vom Most abgetrennt werden. Dieser Trub wird dann landbaulich verwertet. Ein bei der Ernte mithelfender Arzt dachte vor Jahren über eine weitere Verwertung nach und wagte den Selbstversuch mit einer Gesichtsmaske. Das war es! Sozusagen unter ärztlicher Aufsicht getestet.

Die Durchblutung der Gesichtshaut wird durch diese Trubstoffe immens gefördert, Falten verschwinden, die Haut wird jung und prall, und und und…  Besser als jede Anti-Age-Creme! Leider nicht konservierbar und daher nur während der Weinernte im Winzerkeller frisch erhältlich. Schade, dass ich an diesem Abend meine Kamera nicht im Keller dabei hatte, denn sonst hätte ich mit vorher/nachher Fotos die Wirkung demonstrieren können. Eine Geschäftsidee für die nächste Weinernte. Vielleicht noch zusätzlich  Sitzbäder anbieten?

Nicht nur eigene Trauben wurden bei uns verarbeitet. Leon, ein junger Weinbaustudent, der mir dankenswerter Weise eine Übernachtungsgelegenheit in seiner Studentenbude für das erste deutsche Vinocamp überlassen hatte, kelterte, mangels eigener Weinpresse, seine Trauben in unserem Weingut. In der Weinuni Geisenheim theoretisch lernen und das gelernte im eigenen kleinen Weinberg und Keller umsetzen. Dieses theoretische und praktische Lernen hat er bei seinem  letztjährigen Wein, der während der Kelterung probiert wurde, schon sehr gut umgesetzt. 

Die immer extremeren Wetterverhältnisse, die mit zunehmender Klimaänderung auftreten, spüren wir nicht nur im Weinberg. Ein typisches Beispiel ist die Fasstürdichte, die zum Abdichten der Weinfässer benötigt wird. Davon gibt es zwei Sorten: Rita und Wino. Ein Scherzkeks – meine Kinder? – hat auf den Vornamen meiner Frau ergänzt.

In früheren Jahren habe ich die Wino bevorzugt, war auch bei kalten Kellertemperaturen sehr gut verarbeitbar, Faßtürdichte Rita dagegen steinhart. Durch die immer wärmer werdenden Weinkeller bekam die Wino eine Konsistenz von Vaseline und wurde zu weich um sie als Dichtmittel für Faßtürchen zu verwenden.

Erfreulich an der Klimaänderung ist das Erntewetter. Während es in meiner Jugend jeden Morgen kalte Finger bei der Ernte gab, die Tage kühl und diesig waren, konnte ich diesem Herbst fast durchgängig im T-shirt oder hemdsärmelig die Trauben ernten. Zudem Kaiserwetter um schönste Fotos zu machen.

Bild: Ralf Scholze

Bild: Ralf Scholze

Ralf Scholze, Reisejournalist und Fotograf, war bei obiger Weinhändlerbespaßung auch dabei und fotografierte. Er hat ein  Faible für die Mosel und macht  wunderschöne Moselbilder. Seine Alben finden Sie hier, Facebookmitglieder können sich noch mehr  Bilder hier anschauen. Bemerkenswerte Bilder!  Persönlich finde ich die Pin-up Bilder für ältere Winzer sehr gelungen.

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Frühling?

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Nachdem die letzte Woche nochmals mit bitterkalten Temperaturen und sehr feuchter Luft aufgewartet hatte, sagen die Wetterfrösche in den nächsten Tagen Frühlinghaftes Wetter voraus. Wird auch Zeit. In diesem langen und kalten Winter habe ich genug im Keller und Weinberg gefroren.

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Die Katze träumt auf dem Drucker im Büro, anstatt draussen Mäuse zu jagen.

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Ich hingegen träume von sommerlichen Weinproben auf der Terrasse.

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Alternativ, falls der Frühling nicht kommt,  wäre obiger Whirlpool mit warmen Wasser und gekühltem Moselriesling auf der Schwimminsel ein alternatives Traumthema.

Ab morgen wird unsere Weinbergsmannschaft noch durch zwei Aushilfen verstärkt, damit der Rebschnitt zügig erledigt wird. Winterbedingt sind wir im Rückstand und es ist noch einiges zu tun.

Der Herbst naht

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Der Herbst kommt mit mächtigen Schritten. Während am letzten Sonntag noch Baden in der Mosel angesagt war, ist dies mittlerweile nur noch für abgehärtete Schwimmer empfehlenswert.

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Das letzte Großweinfest an der Mosel ist dieses Wochenende in Bullay.  Das dazu gehörende Feuerwerk schauten wir uns gestern, mit einem Glas Riesling in der Hand, vom Aussichtturm bei der Marienburg an. Fast unmerklich geht die Touristensaison in den nächsten Wochen zu Ende.

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Die Mauereidechse ist wie der Mensch auf der Suche nach den wärmenden Sonnenstrahlen des Altweibersommers, der hoffentlich lange anhält, damit unser Riesling optimal reifen kann.