Bio-Glühwei(h)n-Nacht

Gemütliches Beisammensein bei leckerem Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am 1. Adventswochenende, Samstag, den 02. Dezember, ab 16.00 Uhr, findet zum x-ten Mal die Bio-Glühwei(h)n-Nacht in unseren Kellerräumen statt.

Wie gehabt spenden wir den Glühwein und Ihr ins Spendenschwein. Der Erlös geht an eine wohltätige Organisation.

Für alle, die von weiter her kommen und auch Durst haben: An- und Abreise stündlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Alternativ zu Fuß!

Wir fühlen uns geschmeichelt

Obwohl wir den verschiedenen Weinwettbewerben und Verkostungen kritisch gegenüberstehen, können wir nicht darauf verzichten und nehmen an einigen teil.

Wir freuen uns immer, wenn wir bei Verkostungen sehr gut abschneiden und fühlen uns geschmeichelt. Neben kleineren Weinwettbewerben wie der Steillagenweinprämierung in Aosta, Italien und der Verkostung unseres Verbandes ECOVIN gab es auch großes Lob im Eichelmann Weinführer. Sagenhafte dreieinhalb Sterne für unsere ausschließlich trockenen Weine. Auch andere Weinführer wie der VINUM Weinführer zählen uns zu den besten deutschen Weingütern und lobten unsere 2022er Weinkollektion.

Gerhard Eichelmann vom gleichnamigen Weinführer fand dieses Jahr sehr schöne Worte für unseren Basisriesling in der Literflasche: „Harald Steffens stellt sich auf die Besonderheiten des jeweiligen Jahrgangs besser ein als die meisten seiner Kollegen. … In jedem Jahrgang ist der trockene Literriesling eine Art Visitenkarte des Hauses, auch in 2022 wird dies deutlich. Der Wein ist duftig mit attraktiven kühlen Kernobstnoten, ist im Mund rassig mit animierender Frucht. Gewiss ist dies einer der besten Literweine der Mosel.“

Felssturz

Foto: Rudi Bucher

Das mit dem respektablen Mittelgebirge hatte ich schon hier geschrieben. Gestern die Überraschung als ich im Weinberg am Mähen war. Der Gemeindearbeiter sperrte sämtlich Weinbergswege. Gegenüber von Reil, oberhalb der Burger Weinberge, hatten sich große Felsbrocken gelöst. Sie waren zum Glück auf einem Weg liegen geblieben. Ein wenig weiter und sie hätten zunehmend Schwung bekommen. Der Weg bis in die Mosel wäre ein Klacks gewesen. Nicht auszudenken, was beim Runterrollen durch die Weinberge, der Überquerung von vier Wirtschaftswegen und der Bundesstraße hätte alles passieren können. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass rollende Steine, auch wenn sie nur Faust- oder Pflastersteingroß sind, gravierende Wirkungen auf Autos und Scheunentüren haben. Von Menschen ganz zu schweigen

Der alarmierte Bauunternehmer zerkleinerte die Felsen in kurzer Zeit und die Gefahr war gebannt.

startklar

Wie jedes Jahr vor beginn der Sommerarbeiten im Weinberg, werden die Außenanlagen in unserem Weingut auf Vordermann gebracht. Baum- und Heckenrückschnitt, kehren, fegen und aufräumen. Das Verbundpflaster kärchern, Fenster, Türen und Tore abwaschen und einiges mehr. Die Kübelpflanzen wie Oleander, Lorbeer, Zitronenbaum und andere sind schon länger aus dem Winterquartier geholt und mittlerweile verteilt. Dazu kommen noch viele Topfpflanzen zur Verschönerung unseres Innenhofes. Beliebt sind bei uns die Hauswurzen, die pflegeleicht sind. Vorteilhaft bei diesen Dickblattgewächsen ist der geringe Wasserverbrauch. Sie brauchen fast nicht gegossen zu werden und ersparen dem Winzer das tägliche Gießen. Ein Blickfang, wenn sie am Blühen sind. Die ideale Topfpflanze in den Zeiten des Klimawandels mit vermehrt trockenen Vegetationsperioden.

Wir sind startklar für den Sommer! Die Terrassensaison ist hiermit eröffnet.

Berufswettbewerb

Berufswettbewerb der deutschen Langjugend und ich habe mitgemacht. Nein, nicht als Berufsjugendlicher, sondern als Jurymitglied. In diesem Wettbewerb sollen die besten Azubis ihrer Zunft ermittelt werden. Diese Wettbewerbe gibt es in vielen Berufen.

In jungen Jahren hatte ich auch daran teilgenommen und es sogar bis zum Bundessieger in der Sparte Weinbau gebracht. Natürlich Ruhm und Ehre eingeheimst und viel dazu gelernt. So war es außer Frage, dass ich direkt für die Jury zusagte, als der Landjugendverband anfragte.

Neben schriftlichen Aufgaben, wie z.B. einem Test des Allgemeinwissens, gab es etliche praktische Aufgaben. Wein degustieren und beurteilen, ein Anbaugerät an den Traktor anbauen, um Beispiele zu nennen.

Ich war mit dem Kellermeister des Lehr- und Versuchsweingutes des Steillagenzentrums Mosel in Bernkastel im Weinkeller als Jury eingeteilt. Die Azubis sollten im Team einen Wein umpumpen. Anschließend das Fass voll füllen, eine Laborprobe ziehen und diese entsprechend beschriften. Hört sich einfach an, war es aber nicht. Wir legten viel Wert auf das Produktschonende Umpumpen, die Teamarbeit der beiden Azubis und den Arbeitsablauf. Nicht nur die Überprüfung der erlernten Fähigkeiten war für uns wichtig. Fehler bei der Arbeit oder Wissenslücken wurden direkt von uns kommentiert in der Hoffnung, dass die Azubis dieses zusätzliche Wissen in der Zukunft umsetzen werden.

Das Ausbildungsniveau war sehr gut und das Arbeiten im Team klappte. Sogar die Azubis im ersten Lehrjahr, die sich erst am Anfang der Ausbildung befinden, überraschten uns mit ihrem Wissen und der praktischen Umsetzung.

Eingenetzt

Die Mosel hat sich ihr Tal in einem respektablen Mittelgebirge gegraben. An ihren Flanken die steilen Rieslingweinberge und noch steilere Felsformationen.

Eine Felsnase bei Reil ist sehr morbide. Industriekletterer sichern schon seit Monaten den Fels. Der Bewuchs und lose Felsbrocken wurden komplett entfernt. Mit einer kleinen Sprengung wurde nachgeholfen. Mittlerweile sind etliche Felsanker gebohrt und der Fels ist teilweise eingenetzt. Felsbrocken können nun nicht mehr auf die darunterliegenden Schienen der Moselweinbahn und die Straße fallen.

Eine mühsame Arbeit der Berufskletterer, die diese am Seil hängend verrichten müssen. Respekt!

Ham wa nicht, ist aus…

„Ham wa nicht, ist aus“ hören wir immer öfters. Wir haben Lieferengpässe bei einigen Vorprodukten, die wir für unser Weingut benötigen.

Zitronensäure, die wir für die Konservierung unserer Holzfässer benötigen, ist knapp und teuer. Wird meistens in China produziert. Stichwort: Corona, Lockdown, Lieferketten. Ein großes Problem sind Weinflaschen. Ich berichtete hier schon einmal darüber. Glücklicherweise haben wir etliche Paletten Flaschen rechtzeitig geordert und auf Lager stehen. Auch Altglas, das nach Reinigung wieder gefüllt werden kann, ist auf Lager. Kartonagen sind extrem teuer geworden. Etikettenpapier ist ebenfalls ein Problem. Der bisherige Hersteller bankrott, andere Papiere mittlerweile in der Auswahl sehr beschränkt.

Diese Liste ist beliebig erweiterbar. Kohlensäure, Ersatzteile, Weinbergspfähle, Filtrationsmaterial, usw. usf.

Die damit verbundenen Preiserhöhungen sind nicht von Pappe. Bei energieintensiven Vorprodukten locker 20 % mehr. Dazu noch die Mindestlohnerhöhung – gönne ich meinen Helfern gerne🙂 -, änderungen der Besteuerung bei der Umsatzsteuer (Mwst.) in der Landwirtschaft usw. Die Inflation ist zurzeit immens.

Just-in-time Lieferung war gestern. Bislang konnten wir durch eine aufgestockte Vorratshaltung und geschicktes Einkaufen diese Auswirkungen etwas begrenzen und in die Zukunft schieben.

Gut, dass wir den Spruch: „…kommt auch nich wieda rein!“ bisher noch nicht gehört haben. Es ist eine spannende Zeit, in der wir leben. Viele Unsicherheiten und niemand, der vorhersagen kann, was die Zukunft bringt. Leider keine heile Welt.