Weinernte 2011: Podarcis muralis

In letzter Sekunde in der Traube gesehen: Podarcis muralis, eine junge Mauereidechse. Gibt zwar Saft, aber nur den, den wir nicht haben wollen. Wurde im Gegensatz zu vergammelten Trauben nicht weggeworfen, sondern behutsam in die Natur entlassen.

Der gemeldete Regen kam heute pünktlich zum Arbeitsbeginn. Währenddessen wurde im Weinkeller alles auf Vordermann gebracht und mit einer Verzögerung von einer Stunde konnte dann die Weinlese bei trockenem Wetter  fortgesetzt werden. Macht Freude, gesunde Trauben mit einer guten Qualität und in ausreichender Menge zu herbsten.

 

Weinernte 2011: Reichlich

Wenn es wenig gibt, gibt es noch weniger. Wenn es viel gibt, gibt es noch mehr, so der alte Winzerspruch. Letztes Jahr traf ersteres zu, dieses Jahr gibt es reichlich, zumindest bei der heute abgeernteten Rieslingparzelle. Die heutigen Trauben sind für die Sektbereitung vorgesehen und waren genau wunschgemäß: Kerngesund und nicht zu hoch im Zuckergehalt, eine Punktlandung.

Endlich herbstliches Wetter und kühle Temperaturen, der Himmel den ganzen Tag wolkenverhangen und der nachmittägliche Regen zog in einiger Entfernung an uns vorbei. Ideales Erntewetter, solange der Regen in den Wolken bleibt.

Weinernte 2011: Den ganzen Tag spannend

Der ganze Tag war spannend. Zumindest was die Fotomotive betraf: Jede Menge vom Nebel markierte Spinnennetze,

blauester Himmel, als dieser sich verzog.

Nach der Selektion nur noch beste Rieslingtrauben an den Rebstöcken, die weiter reifen können.

Abends Besuch von der Kellerkatze, die jeden meiner Schritte bei der Mostverarbeitung kritisch beobachtete.

Weinernte 2011: Weinhändlerbespaßung

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen wurde gestern mit einer Gruppe Weinhändler ein Praxisseminar durchgeführt: Selektive Weinlese, Traubenverarbeitung und ökologische Weinbereitung für Endverbraucher und Fortgeschrittene. Es hatten sich zu diesem Seminar zwar noch weitere Endverbraucher angemeldet und leider, bis auf einen, wieder abgesagt. Den ganzen Tag ernten, dann Traubenverarbeitung und in den frühen Abendstunden eine Weinprobe. Ich  stand ich für alle Fragen zur Verfügung und nahm mir Zeit, die hoffentlich richtigen Antworten zu geben.

Derweil wir im Weinberg selektiv ernteten, gab es musikalische Begleitung vom Männergesangverein „Cäcilia“ Reil und Burg, einem Männerchor aus Brügge und dem Mandolinenclub „Mosella“ Reil , die das alljährliche Frühschoppenkonzert in den Reiler Moselanlagen durchführten.

Leichte Sorgen mache ich mir über die Mosttemperaturen. Die kleinen Mostmengen die wir momentan bei der Vorlese ernten,  können wir noch auf optimale Gärtemperaturen kühlen. Eine normale Kompletternte, mit den dann sehr großen Saftmengen,  wäre kühlungstechnisch nicht zu bewältigen. Lt. Wettervorhersage soll es ab Mitte der Woche kühler werden und dieses kleine Problem wäre gelöst.

 

 

Weinernte 2011: Der erste Riesling

So sollten nun alle Trauben in den beiden Weinbergen in der Reiler Goldlay aussehen, nachdem wir die erste selektive Ernte durchgeführt haben.  War weit weniger zu selektieren wie ich mir das vorgestellt hatte. Die verbliebenen Trauben können nun weiter reifen.

Siesta nach dem Mittagessen bei hoch sommerlichen Temperaturen im Schatten.

Auch für die Trauben könnten die Temperaturen tiefer sein. Der Riesling mag es, wenn er auf kleiner Flamme gegart wird. Ich auch, bei kühlerem Wetter läuft man weniger schwitzend der Berg hoch und runter.

Weinernte 2011: Planspiele

Planspiele für die Weinernte. Nachdem wir heute alle Rieslingweinberge intensiv begutachtet haben, steht unsere Ernteplanung, so im Prinzip.  In zwei Weinbergen in der Reiler Goldlay werden schon diese Woche  abgängige Trauben selektiert. Dann am Sonntag Weinhändlerbespaßung mit weiterem selektivem ernten. Der richtige Herbststart ist nach dem dritten Oktober. Wie bei Aschenputtel: Die richtig Guten dürfen zum weiteren Reifen hängen bleiben, die anderen sind für die Basisweinproduktion bestimmt. Zwischendurch der Sektgrundwein, vor ergiebigen Regenfällen auf jeden Fall unsere beiden steilsten Weinberge, da sonst ein Traubentransport mit dem Kettenschlepper aufgrund des nassen Bodens nicht möglich ist.

So eigentlich der grobe Plan…

Nun noch die Feinheiten der Planspiele:

Das Hagelunwetter vom 26. August hat in der Reiler Goldlay, im Gegensatz zu den Burger Weinbergen,  größere Schäden an den Blättern verursacht. Das könnte bedeuten, das wir die Reiler Weinberge etwas später ernten, da die Reife der Trauben vielleicht durch die fehlende Assimilationsfläche verzögert wird. Alles kein Problem, solange das Wetter mitspielt. Die von Hagel getroffenen Beeren sind eingeschrumpft und werden uns qualitativ keine Sorgen bereiten.

Dazu kommen noch qualitative Aspekte, wie Bernhard Fiedler hier in seinem Blog berichtet. Der Einfachheit halber bitte dort nachlesen. Vieles dort gesagte trifft auch auf unseren Riesling zu.

Und wie immer bei diesen Planspielen: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, wenn ich morgens die Planungen verwerfe, die am Abend vorher gemacht wurden. Zumindest ist die Langfristwetterprognose winzerfreundlich.

Weinernte 2011: Altweiberhoch

Ein stabiles Altweiberhoch haben die Meteorologen gemeldet. So einen richtig schönen Spätsommer mit morgendlichen Eifelnebel, der über die Bergkante ins Moseltal fließt. Das ideale Wetter für die weitere Reife des Moselrieslings. Kühle Nächte für die Aromaausprägung, warme Tage für die weitere Traubenreife und trocken, damit die Trauben gesund bleiben.

Erntebeginn ist für den 2. Oktober geplant, morgens um 10.00 Uhr. Eine Gruppe von Weinhändlern möchte einmal bei der Traubenernte und -verarbeitung dabei sein. So eine Art Praxisseminar. Mithilfe im Weinberg und Keller, dabei jede Menge wissenswertes lernen und gute Verpflegung, flüssig wie fest.  Wer Lust hat daran teilzunehmen, kann sich bei uns melden.

Weinernte 2011: Murphys Gesetz

Murphys Gesetz in Vollendung:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Hier berichtete ich über meine Weinpresse, die nicht mehr so wollte wie ich. Wird teuer. Aber nun mal von Anfang an, der im Herbst letzten Jahres beginnt. Ein pneumatisches Ventil blieb des öfteren hängen. Vor drei Wochen die Presse zum Kellereifachhandel gebracht und ein neues Ventil mit Stellmotor wurde eingebaut (Blau im Bild). Beim Keltern der Rivanertrauben versagte die Automatik und ich musste per Hand steuern.

Nach der telefonischen Diagnose des Elektrofachmannes lag das Problem an einer der vier eingebauten Zeitschaltuhren (links über den roten Schalter im Bild). Die Monteure wechselten die Uhr, der Kelter lief wieder im Automatikmodus.  Nach kurzer Zeit eine Störungsmeldung und es  qualmte und stank aus dem Schaltschrank. Der Transformator für die Steuerspannung hatte den Geist aufgegeben. Nachdem dieser auch ausgetauscht war, lief die Presse. Bis die zweite Zeitschaltuhr weitere Steueraufgaben erledigen sollte. Und? Klar, auch kaputt! Eine weitere neue Schaltuhr wurde eingebaut. Kelter lief, die erste erledigte ihre Aufgabe, gab dann an die zweite Uhr weiter, lief auch, aber dann die dritte….

Natürlich: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Muss bestellt werden und wenn diese dann eingebaut ist, hätten wir noch die vierte Zeitschaltuhr…

Ich wette, das diese dann auch noch ihren Geist aufgibt.